Über das Gefühl, dass wir die Kontrolle verloren haben – und warum die vergangenen drei Jahrzehnte tiefere Spuren hinterlassen haben, als wir uns eingestehen

Es gibt Sätze, die man inzwischen überall hört, beim Bäcker, am Arbeitsplatz, auf Elternabenden, in Kommentarspalten und manchmal auch am Küchentisch. „Man kann ja sowieso nichts machen.“ „Die da oben machen doch, was sie wollen.“ „Früher wusste man wenigstens, woran man war.“

Es sind unterschiedliche Sätze, gesprochen von unterschiedlichen Menschen, aus unterschiedlichen politischen Lagern. Und doch erzählen sie von demselben Gefühl: Ohnmacht.

Nicht unbedingt Armut, nicht unbedingt Angst, nicht einmal zwingend Unzufriedenheit, sondern die Erfahrung, dass etwas geschieht, das das eigene Leben verändert, während die eigene Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, immer kleiner erscheint.

Vielleicht ist dies eines der unterschätzten politischen Gefühle unserer Zeit.

Denn die Bundesrepublik des Jahres 2026 ist keineswegs ein zusammengebrochenes Land. Die Institutionen funktionieren, Wahlen finden statt, der Wohlstand ist im internationalen Vergleich hoch. Und dennoch scheint etwas verloren gegangen zu sein: das Vertrauen darauf, dass die Dinge grundsätzlich beherrschbar sind.

Das Problem könnte deshalb weniger darin bestehen, dass Deutschland objektiv permanent in einer Katastrophe lebt. Das Problem ist möglicherweise, dass sich eine ganze Generation daran gewöhnt hat, von einer Krise in die nächste zu leben.

Dreißig Jahre, in denen die Welt nicht zur Ruhe kam

Wer heute vierzig oder fünfzig Jahre alt ist, wuchs häufig mit einer bemerkenswert optimistischen Vorstellung von Zukunft auf. Der Kalte Krieg war vorbei, die deutsche Teilung überwunden, Europa rückte zusammen, Grenzen verschwanden, Globalisierung versprach Wohlstand, das Internet sollte Wissen demokratisieren.

Geschichte schien, zumindest aus westlicher Perspektive, plötzlich eine Richtung zu haben: nach vorn.

Dann kam die Realität.

Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien zeigten Europa, dass Krieg keineswegs verschwunden war. Der 11. September 2001 brachte die Bilder einstürzender Türme in die Wohnzimmer und mit ihnen eine neue Form diffuser Bedrohung. Es folgten Afghanistan, Irak, Terroranschläge in europäischen Städten und eine Sicherheitsdebatte, die über Jahre den öffentlichen Raum prägte.

2008 kollabierten Banken, deren Geschäftsmodelle zuvor kaum jemand verstanden hatte. Staaten mussten Finanzsysteme stabilisieren, während Millionen Menschen lernten, dass selbst vermeintlich abstrakte Vorgänge auf internationalen Kapitalmärkten plötzlich Arbeitsplätze, Renten und Ersparnisse gefährden können.

Danach folgten Eurokrise, Fluchtbewegungen und die politischen Konflikte des Jahres 2015, Brexit, Klimakrise, Corona, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, Energiekrise, Inflation, der Krieg im Nahen Osten und schließlich die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz, verbunden mit der Frage, welche Berufe, Fähigkeiten und gesellschaftlichen Gewissheiten in wenigen Jahren noch Bestand haben werden.

Jede einzelne dieser Krisen lässt sich erklären. Für jede gibt es Ursachen, Verantwortlichkeiten und politische Antworten. Psychologisch entscheidend könnte jedoch etwas anderes sein: ihre Verdichtung.

Kaum ist eine Krise verarbeitet, beginnt die nächste.

Kann eine Gesellschaft traumatisiert sein?

Von einem „Trauma der Gesellschaft“ zu sprechen, ist verführerisch, aber wissenschaftlich problematisch. Gesellschaften besitzen keine Psyche wie einzelne Menschen. Deutschland kann keine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln.

Und doch können Gesellschaften Erfahrungen machen, die sich über Jahre oder sogar Generationen in Wahrnehmungen, Familienerzählungen und politischen Einstellungen festsetzen. Man könnte deshalb vorsichtiger von kollektiven Verletzungen sprechen, von Erfahrungen, in denen große Gruppen lernen, dass Dinge, die sicher schienen, plötzlich verschwinden können.

Für viele Menschen in Ostdeutschland begann eine solche Erfahrung bereits mit der Wiedervereinigung. Für die einen bedeutete sie Freiheit und neue Möglichkeiten, für andere gleichzeitig den Verlust von Arbeitsplätzen, gesellschaftlichem Status, Institutionen und biografischer Selbstverständlichkeit.

Nicht nur ein Staat verschwand. Für manche Menschen verschwand die Welt, in der ihre bisherige Lebensleistung einen selbstverständlichen Platz gehabt hatte.

Solche Erfahrungen enden nicht automatisch nach einer Generation. Sie werden erzählt, weitergegeben, manchmal politisch instrumentalisiert und gelegentlich erst Jahrzehnte später überhaupt als Verletzung wahrgenommen.

Dann kam Corona

Vielleicht war keine Krise der vergangenen Jahrzehnte so tief in den Alltag der Menschen eingedrungen wie die Pandemie.

Plötzlich wurden Dinge politisch, die zuvor selbstverständlich gewesen waren: jemanden besuchen, die Großmutter umarmen, zur Schule gehen, ein Restaurant betreten, reisen, arbeiten, einen Kranken im Krankenhaus besuchen, einen sterbenden Menschen begleiten.

Der Staat musste unter enormer Unsicherheit Entscheidungen treffen. Manche waren notwendig, manche umstritten, manche wurden später korrigiert. Doch unabhängig davon, wie man einzelne Maßnahmen heute bewertet, entstand eine außergewöhnliche Erfahrung: Millionen Menschen erlebten gleichzeitig Kontrollverlust.

Das Robert Koch-Institut stellte bei Erwachsenen nach einer Phase anfänglicher Resilienz eine Verschlechterung verschiedener Indikatoren psychischer Gesundheit fest. Auch bei Kindern und Jugendlichen zeigten Untersuchungen erhebliche Belastungen, psychische Auffälligkeiten und Einschränkungen der Lebensqualität.

Dabei geht es nicht darum, Corona nachträglich zum alleinigen Ursprung heutiger gesellschaftlicher Konflikte zu erklären. Interessanter ist eine andere Frage: Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn Millionen Menschen gleichzeitig erfahren, dass innerhalb weniger Wochen ihr gesamter Alltag außer Kraft gesetzt werden kann?

Und was geschieht, wenn anschließend keine wirkliche Phase gesellschaftlicher Verarbeitung folgt?

Es gab kaum einen Moment des gemeinsamen Innehaltens. Keine längere Phase, in der eine Gesellschaft hätte sagen können: Das ist geschehen, darüber müssen wir sprechen, daraus müssen wir lernen.

Stattdessen begann bereits die nächste Krise.

Der Krieg kehrte nach Europa zurück

Noch während über Impfpflicht, Schulschließungen und die gesellschaftlichen Folgen der Pandemie gestritten wurde, begann Russland seinen großangelegten Angriff auf die Ukraine.

Plötzlich waren Bilder zurück, die viele Europäer in die Geschichtsbücher verbannt hatten: Panzerkolonnen, Luftschutzkeller, zerstörte Wohnhäuser, fliehende Familien, Massengräber.

Dazu kamen steigende Energiepreise und Inflation. Menschen konnten vernünftig handeln, arbeiten, sparen und planen und trotzdem feststellen, dass ihr Lebensstandard durch Entscheidungen und Ereignisse verändert wurde, auf die sie persönlich keinerlei Einfluss hatten.

Genau hier entsteht Ohnmacht.

Nicht unbedingt dann, wenn es einem Menschen schlecht geht, sondern dann, wenn der Zusammenhang zwischen eigenem Handeln und eigenem Schicksal verloren zu gehen scheint.

Auch die Klimakrise ist eine Krise der Selbstwirksamkeit

Kaum ein Problem verdeutlicht dieses Dilemma stärker als der Klimawandel.

Dem Einzelnen wird vermittelt, sein Verhalten sei entscheidend. Er soll weniger fliegen, weniger Fleisch essen, Energie sparen, anders heizen, bewusster konsumieren, vielleicht auf das Auto verzichten.

Gleichzeitig liest derselbe Mensch von steigenden globalen Emissionen, neuen Kohlekraftwerken, Privatjets, internationalen Klimakonferenzen und politischen Entscheidungen, deren Größenordnung den eigenen Verzicht beinahe lächerlich klein erscheinen lässt.

Das kann motivieren. Es kann aber auch das Gegenteil bewirken.

Denn Selbstwirksamkeit entsteht nicht allein dadurch, Verantwortung zu tragen. Sie entsteht dadurch, einen Zusammenhang zwischen Verantwortung und Wirkung erkennen zu können.

Fehlt dieser Zusammenhang, wird aus Verantwortung schnell Überforderung und aus Überforderung irgendwann Gleichgültigkeit.

Die permanente Gegenwart

Hinzu kommt etwas, das frühere Generationen in dieser Form nicht kannten: das Smartphone.

Noch vor dreißig Jahren endete die Weltpolitik irgendwann am Abend. Die Tagesschau war vorbei, die Zeitung lag gelesen auf dem Tisch. Das bedeutete nicht, dass die Welt friedlicher war. Aber sie hatte Pausen.

Heute trägt nahezu jeder Mensch eine globale Nachrichtenredaktion in der Hosentasche.

Krieg in der Ukraine, ein Erdbeben in Asien, Waldbrände, ein Terroranschlag, ein Börsencrash, eine politische Empörung, Bilder hungernder Kinder, ein Video eines sterbenden Menschen, anschließend Werbung für Turnschuhe, ein Katzenvideo, ein Urlaubspost, dann die nächste Katastrophe.

Alles erscheint auf demselben Bildschirm.

Das Banale und das Entsetzliche liegen nur eine Fingerbewegung voneinander entfernt.

Wir erfahren dadurch von unendlich vielen Problemen, besitzen aber bei fast keinem davon unmittelbare Handlungsmöglichkeiten.

Vielleicht ist das eine der großen Zumutungen der digitalen Gesellschaft: Wir haben mehr Wissen über das Leiden und die Konflikte der Welt als jede Generation vor uns und gleichzeitig kaum mehr Macht über sie.

Das produziert eine eigentümliche Mischung aus Dauererregung und Hilflosigkeit.

Aus Ohnmacht wird Wut

Menschen ertragen Kontrollverlust schlecht. Deshalb suchen wir Ursachen und Verantwortliche: die Regierung, die Opposition, Migranten, Reiche, Arbeitslose, Konzerne, „die Medien“, Amerika, Russland, die Europäische Union, die Grünen, die Rechten, die Linken.

Irgendjemand muss schuld sein.

Denn paradoxerweise kann selbst eine Verschwörungserzählung psychologisch beruhigender wirken als Chaos.

Wenn eine kleine Gruppe heimlich die Welt kontrolliert, ist die Welt wenigstens kontrollierbar.

Die Alternative ist viel beängstigender: dass Milliarden Menschen, Staaten, Unternehmen, Technologien, Finanzmärkte und politische Systeme miteinander wechselwirken und niemand das Gesamtsystem vollständig beherrscht.

Die Verschwörungserzählung verwandelt deshalb Komplexität in Absicht und Zufall in Planung. Und vor allem gibt sie der Ohnmacht ein Gesicht.

Gegen ein Gesicht kann man kämpfen.

Gegen Komplexität nicht.

Der Verlust einer gemeinsamen Wirklichkeit

Früher stritt eine Gesellschaft vor allem darüber, wie Tatsachen zu bewerten sind. Heute wird zunehmend darüber gestritten, was überhaupt eine Tatsache ist.

Soziale Medien haben Öffentlichkeit demokratisiert. Jeder kann publizieren, widersprechen, dokumentieren und recherchieren. Doch dieselbe Infrastruktur ermöglicht Desinformation, Manipulation und die Bildung voneinander abgeschotteter Wirklichkeiten.

Der eine hält öffentlich-rechtliche Medien für Propaganda, der andere soziale Medien für eine Maschine der Desinformation, der eine glaubt wissenschaftlichen Institutionen nicht mehr, der andere hält jeden Zweifel an ihnen bereits für Wissenschaftsfeindlichkeit.

Das Problem besteht irgendwann nicht mehr darin, dass Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Eine Demokratie braucht unterschiedliche Meinungen.

Problematisch wird es, wenn Menschen nicht einmal mehr in derselben Wirklichkeit miteinander streiten.

Denn Demokratie benötigt keinen Konsens über alles. Aber sie benötigt ein Mindestmaß gemeinsamer Realität.

Die Generation der Krisenkinder

Besonders interessant wird deshalb die Frage sein, was mit jener Generation geschieht, deren Kindheit und Jugend von diesen Erfahrungen geprägt wurde.

Klimawandel, Pandemie, Krieg, Inflation, soziale Medien, politische Polarisierung und nun künstliche Intelligenz bilden den Hintergrund einer Jugend, während Erwachsene permanent vom Ausnahmezustand sprechen, von historischen Krisen, Zeitenwenden, Jahrhundertkatastrophen und existenziellen Bedrohungen.

Vielleicht sollten wir uns häufiger fragen, was ein zwölfjähriger Mensch daraus lernt.

Möglicherweise nicht: Die Welt ist kompliziert.

Sondern: Die Welt ist unsicher.

Und vielleicht noch etwas viel Grundsätzlicheres: Die Erwachsenen haben sie nicht unter Kontrolle.

Gleichzeitig erleben junge Menschen durch soziale Medien eine permanente Vermessung des eigenen Lebens. Schönheit, Erfolg, Reisen, Beziehungen, Körper, Kleidung, Freundschaften und berufliche Perspektiven werden vergleichbar. Man sieht nicht mehr nur die zwanzig Menschen aus der eigenen Schulklasse, sondern scheinbar Millionen Menschen, die erfolgreicher, schöner, glücklicher oder wohlhabender sind.

Auch daraus kann Ohnmacht entstehen.

Nicht die Ohnmacht gegenüber einem Staat oder einer Krise, sondern gegenüber dem eigenen Leben.

Ohnmacht verändert Politik

Eine Demokratie lebt letztlich von einer erstaunlich einfachen Annahme: Mein Handeln macht einen Unterschied.

Ich kann diskutieren, mich organisieren, wählen, protestieren, mich engagieren und andere überzeugen.

Wenn Menschen dagegen dauerhaft erleben oder glauben, dass ihre Stimme bedeutungslos sei, verändert sich politische Beteiligung. Manche ziehen sich zurück, andere werden zynisch, einige suchen radikalere Antworten.

Extreme politische Angebote besitzen deshalb einen psychologisch attraktiven Kern: Sie versprechen die Rückkehr der Kontrolle.

Grenzen sollen geschlossen, Eliten ausgetauscht, Vermögen umverteilt, internationale Institutionen verlassen, politische Systeme grundlegend verändert oder vermeintlich Verantwortliche aus ihren Positionen entfernt werden.

Dabei unterscheiden sich die politischen Ziele fundamental. Das psychologische Versprechen ähnelt sich jedoch erstaunlich oft: Wir machen Schluss mit der komplizierten Welt.

Komplexität erzeugt Ohnmacht.

Radikalität verspricht Handlungsfähigkeit.

Vielleicht sind wir nicht gespalten, sondern erschöpft

Es gehört inzwischen zum Ritual politischer Debatten, Deutschland als „gespaltene Gesellschaft“ zu beschreiben.

Vielleicht greift das zu kurz.

Vielleicht erleben wir eine erschöpfte Gesellschaft.

Eine Gesellschaft, die seit Jahren auf die nächste Warnmeldung wartet, deren metaphorisches Nervensystem kaum noch Gelegenheit bekommt, in einen Normalzustand zurückzukehren, die auf Pandemie, Krieg und Inflation mit neuen Krisendebatten reagiert und gleichzeitig durch digitale Medien jeden Tag mit den Katastrophen einer ganzen Welt konfrontiert wird.

Erschöpfung verändert Menschen.

Wer erschöpft ist, verliert Geduld, wer Angst hat, sucht Sicherheit, wer sich ohnmächtig fühlt, sucht Kontrolle, und wer keine Kontrolle findet, sucht jemanden, der sie verspricht.

Vielleicht erklärt das einen Teil der gegenwärtigen politischen Gereiztheit besser als die Annahme, Millionen Menschen seien plötzlich grundsätzlich intoleranter, egoistischer oder demokratiefeindlicher geworden.

Wut kann auch die politische Sprache der Hilflosigkeit sein.

Die unterschätzte politische Aufgabe

Vielleicht besteht die große politische Herausforderung der kommenden Jahre deshalb nicht allein darin, Inflation zu senken, Migration zu organisieren, die Bundeswehr auszurüsten, Infrastruktur zu modernisieren, Klimaziele einzuhalten oder künstliche Intelligenz zu regulieren.

Vielleicht muss Politik etwas zurückgeben, das sich nicht in Milliarden Euro messen lässt: Selbstwirksamkeit.

Menschen müssen erleben können, dass ihr Handeln Folgen hat, in ihrer Gemeinde, ihrer Schule, ihrem Betrieb, ihrem Verein, ihrem Stadtteil und schließlich auch in der Demokratie.

Dazu gehört eine Politik, die nicht jede Schwierigkeit als historische Zeitenwende inszeniert. Dazu gehören Medien, die Gefahren benennen, ohne aus jedem Ereignis den nächsten Ausnahmezustand zu produzieren. Dazu gehören Institutionen, die Fehler eingestehen können, ohne darin einen Verlust von Autorität zu sehen. Und dazu gehört eine Gesellschaft, die wieder lernt, Unsicherheit auszuhalten, ohne sofort nach einfachen Schuldigen zu suchen.

Vor allem aber benötigen Menschen Orte, an denen sie tatsächlich etwas bewirken können.

Das klingt kleiner als Weltpolitik.

Vielleicht ist es gerade deshalb so wichtig.

Denn gesellschaftliche Resilienz entsteht nicht dadurch, dass Menschen glauben, es werde keine Krisen mehr geben. Das wäre eine Illusion.

Sie entsteht, wenn Menschen erfahren, dass Krisen nicht automatisch Kontrollverlust bedeuten.

Die Welt der kommenden Jahrzehnte wird vermutlich nicht übersichtlicher werden. Klimawandel, geopolitische Verschiebungen, Migration, demografischer Wandel und künstliche Intelligenz werden neue Konflikte hervorbringen.

Die entscheidende gesellschaftliche Frage könnte deshalb nicht lauten, wie wir alle Unsicherheit beseitigen.

Sondern wie wir verhindern, dass Unsicherheit zu Ohnmacht wird.

Denn zwischen vollständiger Kontrolle und völliger Machtlosigkeit liegt ein gewaltiger Raum.

Es ist der Raum, in dem Menschen handeln, miteinander sprechen, Verantwortung übernehmen, widersprechen, Kompromisse schließen und Dinge verändern können.

Es ist der Raum der Gesellschaft.

Und letztlich der Raum der Demokratie.

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